Thursday, March 09, 2006

german influence





10.03.

Selbst diesem wert entfernten Land ist "made in germany" ein Begriff. Das betrifft allerdings nicht unsere überragende Fußball-Jugend, der Kammerchor aus "Jugend Musiziert" oder die weit über ihre Grenzen hinaus bekannte deutsche Cuisine. Es sind vielmehr die kleinen Dinge, die sich bis hierher bemerkbar machen.
Dass der gemeine Kanadier im allgemeinen europäische Vorfahren aufzuweisen hat, ist sicher allgemein bekannt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich ein paar deutsche Wörter in die englische Sprache eingeschlichen haben. Im Intervenieren haben wir ja reichlich Erfahrung. Folgende Beispiele sind mir in meinem alltäglichen Leben begegnet: "Oktoberfest, Apple Strudel, Schadenfreude, Kindergarten, Doppelganger, Sauerkraut, Poltergeist." Die Schreibweise entspricht den orthographischen Regeln der hiesigen Sprache. Die Aussprache ist erfreulicherweise weitestgehend deutscher Natur. Natürlich mit dem unverwechselbaren englischen Akzent. So ist "Schadenfreude" (für das es tatsächlich kein englisches Equivalent gibt) zu meinem Liebling geworden. Unnötig zu erwähnen, dass nicht jeder Kanadier mit diesem Ausdruck etwas anzufangen weiß. "Oktoberfest" wird im Zusammenhang mit jedem größerem Trinkfest auf Papier gebannt und plakatiert. Manchmal auch in folgendem unorthodoxen Abdruck "Ocktoberfest".
Ein weiteres Beispiel deutscher Exportkunst stellen unsere beliebten Schokoherzen dar. Da hier sich hier weitestgehend alles auf Cookies oder Donuts beschränkt, wurde ich beim Verzehr argwöhnisch beobachtet. So habe ich mir kurzerhand einen Cabernet angedeihen lassen, witzigerweise mit teils deutschem Etikett versehen. Grund? Ich habe keine Erklärung.
Das vorletzte Beispiel hinkt ein wenig was den Begriff "deutsch" angeht. Denken wir uns einfach etwa 65 Jahre zurück, dann sind wir im Lot. Ironischerweise wurde ausgerechnet in einem italienischen Restaurent mit asiatischen Kellnern "Sacher-Torte" aufgetischt. Überraschend überzeugend im Geschmack wird diese doch mittlerweile unserem geschätzten Nachbarn Österreich zugeordet.
Kommen wir zu guter Letzt zu unserem Steckenpferd, der deutschen Handwerkskunst. Zu Bewundern in allen Straßenbahnen in und um Calgary. Das ruft schon ein wenig Nostalgie hervor.


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