Tuesday, January 17, 2006

encounters











17.01.

Calgary ist die Stadt der freundlichen Menschen. Oder der Einsamen und Verzweifelten? Oder der Redebedürftigen? Leider sind meine Studien noch nicht so weit vorgedrungen, um das mit Sicherheit unterscheiden zu können. Was will ich damit sagen?
Wer Kontaktprobleme hat, ist hier gut aufgehoben. Es vergeht kaum ein Tag, wo man nicht angesprochen wird. Damit meine ich nicht die die übliche Disko-Szenerie sondern das alltäglichen Leben auf den Strassen. Sieht man von den 50 % IPod-Trägern ab bleibt immer noch ein beachtlicher Prozentsatz redewilliger Menschen. Beginnend bei Uhrzeit- und Fahrplanauskünften wechselt man schnell auf andere Themen. Wo man in Deutschland meist nur ein unwirsches "keene Ahnung" vor die Füße geworfen bekommt, wird man hier mit einem Portfolio aus erbetenen und ungebetenen Informationen bedient.
Ein paar Beispiele aus den letzten Wochen möchte ich hier zum Besten geben:
1. Hey Mann, wo hast du die geilen Schuhe gekauft? Anschließend wurde ein Handybild von meinen Adidas-Tretern geschossen.
2. Wollen sie einen Blick in meine Zeitung werfen?
3. Können Sie mich wecken, wenn wir in Downtown sind?
4. Was steht auf deinem Gürtel? (Dank sei H&M, die immer wieder mit verruchten englischen Sprüchen für Aufsehen sorgen.)
5. Warst du auch bei dem Calgary Flames - Spiel? (Eishockey Team)

Es sind schon erstaunlich, dass ich in meinen drei Monaten Calgary mehr Gespräche in Bus und Bahn hatte als in meinem gesamten Leben in Deutschland. Das liegt möglicherweise auch an meiner bevorzugten Fortbewegungsweise, dem Fahrrad.
Ich hoffe, dass ich mich schnell wieder an deutsche Verhältnisse anpasse. Ansonsten riskiere ich eventuell eine dicke Lippe im wahrsten Sinne des Wortes.

i love it

1 Comments:

Blogger ledude said...

...es gibt doch keinen besseren Weg rauszufinden, ob man noch gelesen wird... *hehe*

4:30 PM  

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