laundry



Heute möchte ich über den gemeinen Waschvorgang in Kanada berichten. Wer sich wundert warum der Sebastian immer so komische Sachen thematisiert dem sei gesagt, dass ich damit versuche die kulturellen Unterschiede dieser beiden Länder rauszuarbeiten. Und daher berichte ich über alles was mir komisch, interessant oder einfach anders erscheint.
Vielleicht wirft diese Thematik dann die Frage auf, was mir, einem männlichen Wesen denn da für Unterschiede auffallen sein könnten? Und ich muß gestehen: Einige ! Sicherlich wird jetzt der eine oder andere sagen: "Waschen? Macht das nicht immer Mutti?" Oder: "Ich habe mich schon immer gefragt, warum wir 3 Körbe im Bad haben?" Ich dagegen wurde schon mit sechs Jahren darauf trainiert, meine Schmutzwäsche nach Farben und Gradzahlen zu sortieren. So konnte ich gleich meine just erworbenenen Mathematikkenntnisse anwenden, was sicherlich meinen Dad gefreut hat. Der hat allerdings bis heute noch nicht wirklich begriffen, dass man Wolle und Polyester nicht wirklich zusammenwaschen und von dem 90 °C-Regler sparsamen Gebrauch machen sollte. Ob diese offenen Geständnisse meine Heiratschancen erhöhen oder eher minimieren, wird sich in 2 Monaten herausstellen. Aber ich möchte hier nicht abschweifen.
Groß war meine Enttäuschung als ich statt der gewohnten 14 Waschprogramme ganze drei, grob unterteilte Regler vorfand. Kalt, warm und heiß. Ich meine, daß die Kanadier nicht gerade die präzisesten sind, war mir spätestens nach dem Gebrauch von Inch und Fuß klar. Aber wo ist die Handwäsche, das Socken- und Unterwäscheprogramm oder einfach nur die 60 °C Buntwäsche?
Somit sah ich mich vor das Problem gestellt, mein mit Gradzahlen verseuchtes Hirn neu zu programmieren. Kalt, Kalt, Warm, Kalt, Heiß.. nein Warm usw. Zum Glück hat man mittlerweile von der Fahrenheitschen Messung Abstand genommen. Ein weiterer Schock lies nicht lange auf sich warten. Der durchschnittliche Waschvorgang dauert ganze 10 Minuten. Intensiv sind dann 18 Minuten vorgesehen. Als zusätzliche Herausforderung ist dann noch die Wassermenge zu bestimmen, welche sich nach der Anzahl der Wäsche richtet. Dies bewerkstelligt man mit den Reglern: Klein,mittel, groß. Nachdem man sich dies alles reiflich überlegt habt kippt man das flüssige Waschmittel in den obligatorischen Toplader und es beginnt die eigentliche Prozedur. Das die Maschinen größer als in Deutschland sind muß ich wohl nicht extra erwähnen.
Ganz wohl ist mir bei der Sache aber nicht. Ich frage mich ernsthaft, wieviele der bösartigen Bakterien bei einem mit kaltem Wasser angereicherten zehnminütigen Waschvorang getötet werden. Das ist es wahrscheinlich besser durch den Regen laufen. Man ist an der frischen Luft und der Phosphatgehalt dürfte dergleiche sein.
Flecken habe ich bisher trotz spezieller Sprays nicht herausbekommen. Somit war es von Vorteil, dass ich meine zweite Garderobe mitgenommen habe.
Waschen ist für Männer! Kanada ist ein Land welches auf die drängende Gleichberechtigung zischen den Geschlechtern Rücksicht nimmt, indem es dem Mann ein Werkzeug an die Hand gibt, mit dem auch ER arbeiten kann. Inwieweit das ein Fortschritt ist, bleibt abzuwarten.
it's no good


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