Monday, January 30, 2006

Happy Birthday Marija



Hallo liebste Saengerin,

auch wenn du noch in den Diensten dieser anderen unsaeglichen Band weilst, moechte ich dir hiermit die liebsten Geburtstagsglueckwuensche senden. Ich weiss ja, dass du diesen mal wieder auf den Buehnen dieser Welt verbracht hast. Ein weiterer Wunsch ist, diese Buehnen ein wenig zu vergroessern.
Also zieh dich schon mal warm an, es sind noch 7 Wochen.

Hab dich lieb, Basti

Happy Birthday Meike


Wenn auch etwas verspaetet nun dein verdienter Blogeintrag. Wuensche dir von hier nochmal alles Wunderbare fuer's neue Lebensjahr. Lass es Krachen! Ich helf dir dabei, wenn ich wieder im Lande bin.

dicker Druecker von mir

Tuesday, January 17, 2006

encounters











17.01.

Calgary ist die Stadt der freundlichen Menschen. Oder der Einsamen und Verzweifelten? Oder der Redebedürftigen? Leider sind meine Studien noch nicht so weit vorgedrungen, um das mit Sicherheit unterscheiden zu können. Was will ich damit sagen?
Wer Kontaktprobleme hat, ist hier gut aufgehoben. Es vergeht kaum ein Tag, wo man nicht angesprochen wird. Damit meine ich nicht die die übliche Disko-Szenerie sondern das alltäglichen Leben auf den Strassen. Sieht man von den 50 % IPod-Trägern ab bleibt immer noch ein beachtlicher Prozentsatz redewilliger Menschen. Beginnend bei Uhrzeit- und Fahrplanauskünften wechselt man schnell auf andere Themen. Wo man in Deutschland meist nur ein unwirsches "keene Ahnung" vor die Füße geworfen bekommt, wird man hier mit einem Portfolio aus erbetenen und ungebetenen Informationen bedient.
Ein paar Beispiele aus den letzten Wochen möchte ich hier zum Besten geben:
1. Hey Mann, wo hast du die geilen Schuhe gekauft? Anschließend wurde ein Handybild von meinen Adidas-Tretern geschossen.
2. Wollen sie einen Blick in meine Zeitung werfen?
3. Können Sie mich wecken, wenn wir in Downtown sind?
4. Was steht auf deinem Gürtel? (Dank sei H&M, die immer wieder mit verruchten englischen Sprüchen für Aufsehen sorgen.)
5. Warst du auch bei dem Calgary Flames - Spiel? (Eishockey Team)

Es sind schon erstaunlich, dass ich in meinen drei Monaten Calgary mehr Gespräche in Bus und Bahn hatte als in meinem gesamten Leben in Deutschland. Das liegt möglicherweise auch an meiner bevorzugten Fortbewegungsweise, dem Fahrrad.
Ich hoffe, dass ich mich schnell wieder an deutsche Verhältnisse anpasse. Ansonsten riskiere ich eventuell eine dicke Lippe im wahrsten Sinne des Wortes.

i love it

laundry





Heute möchte ich über den gemeinen Waschvorgang in Kanada berichten. Wer sich wundert warum der Sebastian immer so komische Sachen thematisiert dem sei gesagt, dass ich damit versuche die kulturellen Unterschiede dieser beiden Länder rauszuarbeiten. Und daher berichte ich über alles was mir komisch, interessant oder einfach anders erscheint.
Vielleicht wirft diese Thematik dann die Frage auf, was mir, einem männlichen Wesen denn da für Unterschiede auffallen sein könnten? Und ich muß gestehen: Einige ! Sicherlich wird jetzt der eine oder andere sagen: "Waschen? Macht das nicht immer Mutti?" Oder: "Ich habe mich schon immer gefragt, warum wir 3 Körbe im Bad haben?" Ich dagegen wurde schon mit sechs Jahren darauf trainiert, meine Schmutzwäsche nach Farben und Gradzahlen zu sortieren. So konnte ich gleich meine just erworbenenen Mathematikkenntnisse anwenden, was sicherlich meinen Dad gefreut hat. Der hat allerdings bis heute noch nicht wirklich begriffen, dass man Wolle und Polyester nicht wirklich zusammenwaschen und von dem 90 °C-Regler sparsamen Gebrauch machen sollte. Ob diese offenen Geständnisse meine Heiratschancen erhöhen oder eher minimieren, wird sich in 2 Monaten herausstellen. Aber ich möchte hier nicht abschweifen.
Groß war meine Enttäuschung als ich statt der gewohnten 14 Waschprogramme ganze drei, grob unterteilte Regler vorfand. Kalt, warm und heiß. Ich meine, daß die Kanadier nicht gerade die präzisesten sind, war mir spätestens nach dem Gebrauch von Inch und Fuß klar. Aber wo ist die Handwäsche, das Socken- und Unterwäscheprogramm oder einfach nur die 60 °C Buntwäsche?
Somit sah ich mich vor das Problem gestellt, mein mit Gradzahlen verseuchtes Hirn neu zu programmieren. Kalt, Kalt, Warm, Kalt, Heiß.. nein Warm usw. Zum Glück hat man mittlerweile von der Fahrenheitschen Messung Abstand genommen. Ein weiterer Schock lies nicht lange auf sich warten. Der durchschnittliche Waschvorgang dauert ganze 10 Minuten. Intensiv sind dann 18 Minuten vorgesehen. Als zusätzliche Herausforderung ist dann noch die Wassermenge zu bestimmen, welche sich nach der Anzahl der Wäsche richtet. Dies bewerkstelligt man mit den Reglern: Klein,mittel, groß. Nachdem man sich dies alles reiflich überlegt habt kippt man das flüssige Waschmittel in den obligatorischen Toplader und es beginnt die eigentliche Prozedur. Das die Maschinen größer als in Deutschland sind muß ich wohl nicht extra erwähnen.
Ganz wohl ist mir bei der Sache aber nicht. Ich frage mich ernsthaft, wieviele der bösartigen Bakterien bei einem mit kaltem Wasser angereicherten zehnminütigen Waschvorang getötet werden. Das ist es wahrscheinlich besser durch den Regen laufen. Man ist an der frischen Luft und der Phosphatgehalt dürfte dergleiche sein.
Flecken habe ich bisher trotz spezieller Sprays nicht herausbekommen. Somit war es von Vorteil, dass ich meine zweite Garderobe mitgenommen habe.

Waschen ist für Männer! Kanada ist ein Land welches auf die drängende Gleichberechtigung zischen den Geschlechtern Rücksicht nimmt, indem es dem Mann ein Werkzeug an die Hand gibt, mit dem auch ER arbeiten kann. Inwieweit das ein Fortschritt ist, bleibt abzuwarten.

it's no good

Monday, January 16, 2006

Happy Birthday Linda


Liebste Linda,

hier kommen keine Grüße aus dem Emsland sondern ein Happy Birthday aus dem mittlerweile halb verschneiten Calgary. Du sollst im Blog natürlich nicht vergessen werden und bekommst deinen persönlichen Platz in der Hall of Fame. Zu ärgerlich, daß ich deinen ersten Geburtstag in der gemeinsamen Wohnung verpasst habe. Aber nächstes Mal machen wir richtig einen drauf. Und dann klau ich wieder deinen Mascara. Versprochen.

Dicker Knutscher aus dem Reich am Rande. the farmerboy

Wenn ihr mehr über die reizende Gegend aus der unsere Linda stammt erfahren wollt, klickt euch durch unter: http://www.emsland-touristik.de/

Thursday, January 12, 2006

burn out

12.01.

Allmählich sehe ich mich gezwungen, auf die steigende Anzahl der Beschwerden zu reagieren. Es ist sträflich wie ich Sie, Freunde, Bekannte, Liebhaber und Fans in den letzten Tagen geradezu vernachlässigt habe.
Das liegt nicht etwa an meiner verstauchten Hand, der ausgekugelten Schulter oder gar dem verdrehten Knie. Nein, ich bin einfach ausgebrannt. Damit meine ich aber nicht die zarten Schreibversuche die ich hier unregelmäßig zum Besten gebe, sondern den körperlichen Aspekt meiner Reise. Um meinem Neujahrsvorsatz Genüge zu tun, habe ich das Training erheblich angezogen. Andere wünschen sich Frauen oder Geld oder Frauen und ich erfreue mich an vermehrter Schweißproduktion und gerissenen Muskelfasern. Leider bin ich kein kleiner mürrischer Chinese der mit einem Medizinball auf dem Kopf geboren worde, soll heißen, mein Körper macht im Moment schlapp. Selbst altbewährte Aufputschmittel aus der amerikanischen Hausapotheke helfen nur bedingt. So komme ich gegenwärtig nach einem normalen Tag nach Hause und haue mich stumpf mit etwas zu Essen vor den Fernseher. Dort verweile ich, bis auf keinem der 83 Kanäle mehr etwas Sehenswertes zu finden ist, und trotte ermattet zu Bett. Nach zwei bis drei rastlosen Stunden schlafe ich dann endlich ein.
Vielleicht war es ganz gut, daß meine Chinareise durch den unverhofften Studienplatz ins Wasser gefallen ist. Für alle die mich nur flüchtig kennen oder eher einen Bogen um mich machen sei gesagt, dass ich einen Platz in einem Kampfkloster in Xi’an sicher hatte. Ich glaube die asiatische Lebensphilosophie mit Zuckerbrot und Peitsche hätte mich zu Mehl und Eiern verarbeitet.
Das Problem ist nicht ausschließlich körperlicher Natur. Es ist zu einem großen Teil dem Information-Overflow geschuldet. Kaum bin ich durch Level 3 gehastet warten komplette Neuerungen in Level 4 auf mich. Und das sollte dann bitte schön bis Ende des Monats vernünftig über die Bühne gebracht sein. Ich habe Schwierigkeiten, soviele Informationen auf einmal zu verabeiten. Und ich kann nicht behaupten, daß mich mein Studium in dieser Beziehung darauf vorbereitet hätte. Informationen..?

Dann und wann scheinen Lichtblicke durch die fensterlose Akademie und das gibt neue Kraft. Es ist ein erhebendes Gefühl, Neuankömmlingen die ersten Schritte zu zeigen und sie zu korrigieren. Natürlich mit Geduld und väterlicher Güte. Wenn ich dann noch trotz des Akzents verstanden werde, ist alles wieder gut.


let it shine

level 3 grading








Einen Tag nach Neujahr war es mal wieder soweit. Level 3 Graduierung. Zum Glück wurde ich noch rechtzeitig aus der Ausnüchterungszelle entlassen und konnte, wenn auch mit etwas schlechtem Atem vor den Meister treten.
Nachdem die anfänglichen Schwindelgefühle verschwunden waren, konnte ich mich dem Programm widmen. Nach ca. 15 Minuten durfte ich dann die Glückwünsche der restlichen Trainierenden in Empfang nehmen.
Dieser Test war erheblich besser als der vorherige, jedoch sind meine Tritte noch keine Augenweide. Nach all den Jahren im Profifußball ist das Stretchinglevel sozusagen auf dem Nullpunkt. Die kurzfristigen Ambitionen in den Tenniszirkus einzusteigen, haben meinen Gelenken und Sehnen auch nicht die nun gewünschte Geschmeidigkeit verliehen. Vielleicht löst das bald beginnende Yoga meine Verspannungen, um meinen Gegner dann endlich auch mal ins Knie treten zu können.
Die Bilder zeigen leider nur unzureichend meine kürzlich erworbenen Fähigkeiten. Jedoch komme ich damit dem Wunsch eines treuen Lesers nach welcher mich bat, etwas Bildhaftes zum Besten zu geben.


kicking sucks

Monday, January 02, 2006

2006







03.01.

Liebe Leserschaft,

ich schmettere Ihnen ein "Herzlichen Willkommen" zum neuen Jahr entgegen und hoffe, daß Sie mir auch in diesem gewogen sind. Als erstes möchte ich mich für die karge Leserpost bedanken, und bitte Sie weiterhin um ihre kritschen und erfrischenden Beiträge.
Mein Übertritt ins neue Jahr erfolgte weitesgehend schmerz- und schwindelfrei und somit kann mich Ihnen in bester Gesundheit präsentieren. Es gelang mir leider nicht, genügend Beiträge für eine aufregende Silvester-Story zu sammeln. Somit werde ich mich an den spärlichen Fakten entlanghangeln.
Insgesamt habe ich für Sie zwei Parties besucht um mich dem Einheimischen nähern, und ihn zu seinen Wünschen und Vorsätzen zu befragen. Leider wurde jegliche Konversation durch die Frage "are u french?" im Keim erstickt. Nachdem auch der letzte gemerkt hatte dass ich einen Akzent habe, wurde doch eher das Trinkgelage gesucht, anstatt einer gediegenen Unterhaltung zu frönen. Das hat zur Folge, dass ich Ihnen nichts über das unreife Verhalten geschlechtsreifer Highschool-Schüler erzählen kann. Jedoch kann der gemeine Calgarianer jetzt "Jägermeister" mit französischem Akzent aussprechen. Kommt ja gewissermaßen aus der Heimat.
Das neue Jahr wurde mit Live-Musik und Tanz begrüßt. Ich misste das Feuerwerk, da dieses wie bereits erwähnt, illegal ist. Stattdessen hält der Kanadier eine Alternative bereit. Den traditionellen New Year's Eve - Kuss. Punkt 12 Uhr suche man sich eine Person im Raume, am Besten jemanden Bekanntes, und versuche ihn dann möglichst ohne Gegenwehr zu küssen. Dieses soll einen guten Start ins Jahr zur Folge haben. Der aufmerksame Leser wird sich sicherlich fragen, welche Art von Start damit gemeint sei. Leider kann ich Ihnen das nicht mehr beantworten, denn traditionsbewußt wie ich bin, versuchte ich das besagte Event mit der Anzahl meiner bereits verlebten Jahre zu multiplizieren. Nicht jeder war mit der leicht abgewandelten Variante einverstanden und so fand ich mich recht schnell auf der zweiten Party wieder. Diese ist nicht weiter erwähnenswert, da alles Wichtige schon gelaufen war. Lediglich das gelungene Essen soll hier gepriesen werden.

Mit dieser kleinen Anekdote wünsche ich Ihnen ein genehmes neues Jahr 2006, Ruhe und Gelassenheit sowie einen jederzeit verfügbaren Highspeed-Internetzugang. Ich zähle auf Sie.


yours sincerely monsieur sebastian

new year's eve













31.12.

Es ist 19.11 UTC und 5 Stunden bis Silvester.
Vielleicht sollte ich hier eine Zusammenfassung über das fast vergangene Jahr zum Besten geben, stattdessen warte ich ungeduldig auf eine Feundin, welche mich abholen will.
Ich bin aufgeregt und frage mich, ob meine Frisur richtig sitzt. Ihr seht, nicht alles ändert sich in einem Vierteljahr Kanada. Wahrscheinlich wird das meine erste richtige Party in Calgary und um das Herzrasen ein wenig zu senken, genehmige ich mir einen Martini nach dem anderen. Das war das Günstigste was ich finden könnte, um mich mal so richtig schön wegzulöten. Den Rum für 20 Euro die 0.75 L Flasche habe ich im Regal zurückgelassen. Ich habe das Gefühl, dass die Trinkkultur umgekehrt proportional zum Preis steht. Für alle die Mathe in der 3.Klasse abgewählt haben sei gesagt, das die 1,5 L Rumflasche in bescheidener Plastikoptik daher kommt. Dasselbe mit den etwas größeren Weinflaschen. Und Schaum auf dem Bier mag man hier nicht.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich nur eine Person auf der Party "kenne". Ist an sich kein Problem, nur bin ich noch nicht so der Englischhengst. Also sollte ich nicht soviel Schreiben und lieber nachgießen.
Wer sich jetzt fragt warum ich mit das antue dem sei gesagt, dass das Ganze auf einem großen Irrtum beruht. Ich hatte eine Eintrittskarte für eine Bar in welcher meine Freunde feiern. Dann kam mir die Eingebung, daß ich doch lieber draußen wäre um Feuerwerkskörper zu schmeißen. Also gab ich die Karte zurück. Heute habe ich dann erfahren, dass es einem als Zivilbürger in Kanada nicht erlaubt ist, Feuerwerke zu zünden.
Somit komme ich abschließend doch noch zu einem Resumee. Kanada ist definitiv nicht mein Land.


three cheers for my home