Tuesday, November 29, 2005

training schedule







28.11.

Heute werde ich ein wenig ausführlicher über mein Training und dessen Auswirkungen berichten. Viele können sich überhaupt nicht vorstellen was ich so treibe und das wiederum kann ich mir nicht vorstellen. Meiner Intoleranz zum Trotz werde ich hier ein paar Informationen zur Verfügung stellen.
Ich lerne Kampfsport und im speziellen reelle Selbstverteidigung. Der System heißt "Wing Chun Kung Fu" und wurde vor ca. 300 Jahren von einer chinesischen Nonne entwickelt. Daraus könnte man schon ableiten, dass dieses System nicht auf Kraft basiert. Die schlagkräftigen Frauen unter uns mögen meine Vorurteile entschuldigen. Und tatsächlich wird mehr mit Logik und Physik geabeitet (sagte ich gerade, dass es von einer Frau entwickelt wurde?) und ist daher auch für schmächtigere Personen geeignet. Nichtsdestotrotz haben wir auch Brecher unter den Schülern. Und mich.
Bevor ich das Training ein wenig genauer skiziere, eines vorweg. Wir lernen keine Schnörkel, ausgefallenen Bewegungen oder gar Salti. Der Sport ist effektiv und geradlining. Wer sich Moves à la Tiger & Dragon vorstellt ist leider ganz falsch. Denn das sieht zwar super aus, bringt aber auf der Straße recht wenig.
Unsere Devise lautet:
1. Nicht getroffen werden (aus dem Weg gehen)
2. Selbst angreifen und den Angreifer unschädlich machen.
Daher wurde alles aus dem System entfernt was gut aussieht oder Zeit kostet. Ich werde also nicht an Wänden langrennen und fünf Flick Flacks schlagen können. Also fragt gar nicht erst.
An der Schule gibt es verschiedene Klassen die da wären: Technik, Kondition, Selbstverteidigung & Waffen. Yoga wurde leider entfernt.
In der Technik-Klasse lernt man verschiedene Techniken, die man dann mit dem Partner übt. Zum Beispiel die Verteidigung gegen gerade Fauststößte und Schwinger, diverse Tritte, die Befreiung aus Umklammerungen und Würgetechniken. Am Ende der Stunde wird dann das Erprobte für den Ernstfall geübt. Das sieht konkret so aus, das man in einem Kreis aus Angreifern steht und von diversen Seiten attackiert wird. Dabei kann es vorkommen, dass man schon mal was abbekommt. Dann ist es umso realer.
Die Selbstverteidigungsklasse lehrt Techniken gegen Stockangriffe (Baseballschläger und andere Nicklichkeiten) sowie Messerstiche und was einem noch so einfällt. Die Waffenklasse sieht Techniken mit Schwertern, Langstöckern und Kurzstöcken vor. Wenn man dieses beherrscht kann man im Notfall auf andere ähnliche Hilfsmittel wie z.B. einen Schirm zurückgreifen.
Das härteste aber ist die tägliche Konditionsklasse. Ich dachte echt ich wäre fit, aber dort stoße ich doch recht schnell an meine Grenzen. Dort wird Kampfkondition trainiert. Denn oft gewinnt nicht der Kräftigere sondern der, der die längere Ausdauer und Fitness hat. Dort heißt es Treten und Schlagen bis man die Hände nicht mehr oben halten kann. Und das kann schon nach 15 Minuten der Fall sein. Ist auch kein Wunder bei durchschnittlich 600 Liegestützen, 1000 Fausstößen, 200 Tritten und 700 Situps.
Ich weiß dass einige denken, dass ich voll das Tier werde und bestimmt vor Muskeln zerberste. Das ist aber leider nicht der Fall. Mein Körper scheint gegen jede Art von Muskelaufbau resistent zu sein. Die Wahrheit sieht so aus, dass ich eher ein paar Pounds (480 g) verloren habe. Denn acht Stunden Sport am Tag kurbelt meinen ohnehin schon aktiven Stoffwechsel mächtig an.
Das ist ganz schon anstregend und manchmal verzweifle ich an der Unmenge der noch vor mir liegenden Aufgaben. Wenn dann aber eine Abwehr gut geklappt hat und man nach einem Fußtritt in den Magen wieder atmen kann, fühle ich mich glücklich.

i'll kick your ass

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